GESCHICHTSSTUNDE beim BdV Meinerzhagen

Der BdV Ortsverband Meinerzhagen führte seine Jahreshauptversammlung im März durch und hatte zu dem Thema „Frauen auf der Flucht“ als Referentin Dr. Bärbel Beutner eingeladen, die selbst im Januar 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen geboren wurde und zu diesem Thema publiziert hat. 

Diese beiden Teile des Programms führten zu einer Verbindung, in der sich die deutsche Geschichte der letzten Jahrzehnte widerspiegelte. Das begann schon im Vorfeld, als man sich begrüßte und vorstellte und bemerkte, dass verschiedene Altersgruppen und Herkunftsorte zusammen waren, alle verbunden durch ein gemeinsames Schicksal, das Schicksal der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten. Mit dem Vorsitzenden des BdV- Ortsverbandes Axel Oehm ist die Generation der Nachfahren angetreten, im Westen geboren. Unter den Mitgliedern waren mehrere, die als Kinder die Flucht erlebt hatten und sich genau an die alte Heimat erinnern konnten, die sie verlassen mussten, und auch an die Neuanfänge im Westen. Die Referentin hatte die Flucht als Säugling „miterlebt“, ist aber seit einem halben Jahrhundert ehrenamtlich in den Vertriebenenverbänden tätig und konnte auch über die dort geleistete Arbeit berichten. 

Zu dem Thema „Frauen auf der Flucht“ ging sie auf die Aufarbeitung der Kriegstraumata ein. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung setzte erst fast vier Jahrzehnte nach Kriegsende ein, als die Medizin, die Psychologie und die Soziologie die Folgeschäden bei den Betroffenen untersuchte. Dann gab es allerdings eine Lawine von Literatur, es fanden Seminare und Umfragen und Tagungen statt. Hinzu kamen nach der Wiedervereinigung die unterschiedlichen Erfahrungsberichte aus der DDR und aus der Bundesrepublik. 


Ein lebhafter Austausch fand unter den Anwesenden in ständigen Gesprächen statt. Alle konnten sich einbringen und etwas berichten, sowohl die neunzigjährigen, sehr agilen Meinerzhagener wie auch diejenigen, die vieles von Mutter und Opa gehört hatten. Die deutsche Geschichte ist für alle interessant.