Im Herzen Tauriens: Die Geschichte der Krimdeutschen und großes Interesse an historischer Spurensuche

Vortragsveranstaltung des BdV-Landesverbandes NRW in Kooperation mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus und der LmDR NRW

Wie lebten die Deutschen auf der Krim? Welche Spuren hinterließen sie in der Geschichte der Region, und welches Schicksal erlebten sie im Laufe der politischen Umbrüche? Diesen Fragen widmete sich die Vortragsveranstaltung „Im Herzen Tauriens: Die Geschichte der Krimdeutschen“ am Freitag, 16. Oktober 2026, im GHH in Düsseldorf. Der Bund der Vertriebenen, Landesverband NRW, freute sich als Veranstalter über das große Interesse an einem Thema, das in der öffentlichen Geschichtsvermittlung bislang selten im Mittelpunkt steht. Die Veranstaltung wurde über mehrere Kommunikationskanäle beworben und zog neben Teilnehmenden aus Nordrhein-Westfalen auch Besucherinnen und Besucher an, die eine weitere Anreise auf sich genommen hatten. Das Interesse verdeutlichte, dass die Geschichte der deutschen Minderheiten in den historischen Siedlungsgebieten Osteuropas auf ein aufgeschlossenes Publikum trifft und wichtige Fragen zu Herkunft, Identität, Migration und kulturellem Erbe aufwirft.

Ein gelungener Auftakt mit Grußwort und historischem Einblick

Den Abend eröffnete Roman Friedrich, Mitglied der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR), der selbst einen familiären Bezug zur Geschichte der Krimdeutschen hat. Anschließend richtete Rudi Pawelka, Landesvorsitzender des BdV NRW, ein Grußwort an die Gäste. Darin hob er die Bedeutung der Bewahrung deutschen Kulturgutes und der Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen und Minderheiten hervor. 

Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag des Historikers und Masterstudenten Peter Harder, selbst Nachkomme von Krimdeutschen. Er führte in die Geschichte der deutschen Siedler auf der Halbinsel Krim ein. Thematisiert wurden die Einwanderungsbewegungen seit Beginn des 19. Jahrhunderts, die Entwicklung der deutschen Siedlungen sowie die Leistungen und das Schicksal der dort ansässigen deutschen Bevölkerung. Anhand zahlreicher historischer Bilder und ergänzender Fotografien vermittelte Peter Harder die geschichtlichen Entwicklungen anschaulich und nachvollziehbar. Die visuellen Eindrücke eröffneten dem Publikum einen lebendigen Zugang zu den Lebenswelten der Krimdeutschen und verdeutlichten, wie eng ihre Geschichte mit den wechselnden politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen ihrer Heimatregion verbunden ist.

Lebendige Fragerunde und großes Interesse der jüngeren Generation

Im Anschluss an den Vortrag moderierte Roman Friedrich die Fragerunde und begleitete den Austausch zwischen Referent und Publikum. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, einzelne historische Zusammenhänge zu vertiefen und weitere Fragen zur Geschichte der Krimdeutschen zu stellen. Besonders erfreulich war die Teilnahme jüngerer Besucherinnen und Besucher. Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wandten sie sich mit weiteren Fragen an Peter Harder und setzten das Gespräch fort. Dieses Interesse zeigte, dass die Veranstaltung nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch Neugier weckte und zur eigenständigen Beschäftigung mit einem weniger bekannten Kapitel der deutschen Geschichte anregte.

Geschichte vermitteln und kulturelles Erbe bewahren

Für den BdV-Landesverband NRW war die Veranstaltung ein wichtiger Beitrag zur historisch-politischen Bildungsarbeit. Die Geschichte der Krimdeutschen steht exemplarisch für die Erfahrungen deutscher Minderheiten in Osteuropa, deren Lebenswege von Migration, kultureller Verwurzelung und tiefgreifenden politischen Veränderungen geprägt wurden. Der Landesverband freut sich über die gute Resonanz, die überregionale Teilnahme und insbesondere die Fragen der jüngeren Gäste. Sie zeigen, wie wichtig es ist, auch weniger bekannte Kapitel der deutschen Geschichte sichtbar zu machen und unterschiedliche Generationen für das kulturelle Erbe der deutschen Minderheiten zu interessieren.

Der BdV-Landesverband NRW dankt Peter Harder für den anschaulichen Vortrag, Roman Friedrich für die Eröffnung und engagierte Moderation sowie Rudi Pawelka für das Grußwort. Ebenso gilt der Dank allen Gästen für ihre Teilnahme und den lebendigen Austausch. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe NRW, statt. Sie wurde durch das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft, gefördert.

(Bilder: Roman Friedrich/ Peter Harder/ Rudi Pawelka, Fotos: BdV NRW)