„Wir vergessen nicht.“

Gedenken an 85 Jahre Deportation der Deutschen aus Russland

Düsseldorf, 28. August 2026

Im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf fand am 28. August eine Gedenkveranstaltung zum 85. Jahrestag der Deportation der Deutschen aus Russland statt. Gemeinsam wurde an die Menschen erinnert, die aufgrund ihrer deutschen Herkunft kollektiv verdächtigt, entrechtet und deportiert wurden.

Die Veranstaltung wurde von Julia Lebedev-Issa, Vorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Kreisverband Düsseldorf eröffnet. Für den BdV-Landesverband NRW sprach Kulturreferentin Christina Eichmann ein Grußwort. Gedichte von Elfriede Schmidke und Elma Schessler, historische Texte sowie eine Fotopräsentation verliehen dem Gedenken eine persönliche und eindringliche Atmosphäre.

Im Mittelpunkt standen die Schicksale der Deportierten und ihrer Familien: Hunger, Kälte, Zwangsarbeit, Krankheit, der Verlust von Angehörigen und die Zerstörung gewachsener Lebenswege prägten das Schicksal vieler Betroffener. Zugleich erinnerte die Veranstaltung an den außergewöhnlichen Überlebenswillen der Menschen, die trotz schwerster Erfahrungen Familien gründeten, Gemeinschaften aufbauten und Sprache und Kultur bewahrten.

Erinnerung ist Verpflichtung: Die Geschichten und Schicksale der Betroffenen dürfen nicht dem Vergessen überlassen werden. Gerade in einer Zeit, in der erneut Menschen durch Krieg und Gewalt ihre Heimat verlieren, bleibt die Erinnerung an Deportation und Vertreibung von besonderer Bedeutung. Sie mahnt dazu, niemals Menschen aufgrund ihrer Herkunft kollektiv zu Schuldigen zu erklären oder zu entrechten.

Den Abschluss bildeten das Glockenspiel und eine gemeinsame Gedenkminute vor dem Gerhart-Hauptmann-Haus.

Wir vergessen nicht. Wir bewahren die Erinnerung und tragen die Geschichten der Betroffenen weiter.