Johannes Maier-Hultschin – eine oberschlesische Biographie zwischen Kattowitz, London und Düsseldorf

Vortragsveranstaltung im Rahmen des Wenzel-Jaksch-Forums 2026

am 12. Oktober 2026 um 19.00 Uhr im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf

Vortrag von Dr. Guido Hitze

Der aus Mährisch-Schlesien stammende Johannes Maier-Hultschin war Journalist und wurde 1922 Redakteur des »Oberschlesischen Kuriers« in Kattowitz.

Die oberschlesische Industriestadt war kurz zuvor durch den Versailler Vertrag an Polen gefallen. Maier-Hultschin setzte sich für die Belange der deutschen Minderheit im wiedergegründeten Polen ein, zugleich strebte er ein loyales Verhältnis zum polnischen Staat an. Er war frühzeitig sowohl ein Vertreter des politischen Katholizismus als auch ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, den er publizistisch bekämpfte. Unmittelbar vor Kriegsausbruch 1939 sah sich Maier-Hultschin zur Emigration gezwungen, die ihn nach dramatischen Etappen nach Großbritannien führte. Dort arbeitete er unter anderem für den deutschsprachigen Dienst der BBC in London. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück, 1950 wurde er Pressechef des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold (1901–1958), den Maier-Hultschin bereits aus gemeinsamen Studienzeiten kannte.

Die Biografie Maier-Hultschins als dezidiert katholischer NS-Gegner, Emigrant und dann Rückkehrer ist außergewöhnlich.

Dr. Guido Hitze leitet das Institut für Landeszeitgeschichte NRW an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist als herausragender Experte auch für Themen aus der schlesischen Geschichte seit langem ausgewiesen.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus.

Beitragsbild: Dr. Guido Hitze, Foto: G-H-H.