Lesung mit Dr. Peter Becher im Gerhart-Hauptmann-Haus
Die Lesung mit Peter Becher zu seinem zweiten Buch „Über den Dächern von Dachau. Episoden eines unscheinbaren Lebens“ fand im Gerhart-Hauptmann-Haus im Rahmen des Wenzel-Jaksch-Forums statt und wurde in Kooperation mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus durchgeführt.
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Winfried Halder führte der Autor das Publikum in ruhigen, nachdenklichen Tönen in seine literarische Welt. Im Mittelpunkt standen Episoden eines Lebens, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, jedoch in seiner Vielschichtigkeit zentrale Fragen nach Erinnerung, Identität, Heimat und Verantwortung berührt.
Peter Becher richtet den Blick bewusst auf das Alltägliche und Leise. Seine Erzählweise macht deutlich, dass nicht nur die großen historischen Ereignisse Geschichte prägen, sondern vor allem die kleinen, oft übersehenen Momente des Lebens. Damit wird auch spürbar: Die kleinen Geschichten schreiben das Leben. Die Figur Paul Bergmann, die autobiografischen Züge trägt, entsteht aus persönlichen Erfahrungen des Autors. Diese werden jedoch nicht als klassische Autobiografie erzählt, sondern literarisch verdichtet und stellvertretend für viele Lebenswege der Nachkriegsgeneration gestaltet. Besonders eindrücklich war der Kontrast zwischen dem „lauten“ historischen Ort Dachau und den leisen, individuellen Geschichten, die sich dahinter verbergen. Die Lesung zeigte, wie wichtig der Blick auf das „Unspektakuläre“ ist, um Geschichte im persönlichen Leben sichtbar zu machen.

Der Autor nahm sich Zeit zum Signieren, Foto: BdV NRW
Der BdV zeigte sich erfreut, solche Formate gemeinsam mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus anbieten zu können, da sie einen wichtigen Raum für Erinnerung, Dialog und kulturelle Auseinandersetzung eröffnen. Der Abend hinterließ ein nachdenkliches Publikum und unterstrich die stille Kraft von Bechers Erzählkunst.
